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Der grosse italienische SUV

Das Geheimnis um diesen imposanten SUV, der BMW X5, Porsche Cayenne und Range Rover Sport Konkurrenz machen soll, wurde lange Zeit gut gehütet. Mehr als 100 Jahre hat es gedauert, bis Maserati sich entschloss, ein SUV zu bauen. Erster Eindruck nach einer längeren Ausfahrt: Maserati-Fans werden den Levante lieben. Und nicht nur die.

Als Porsche den Cayenne in den Markt brachte, fragten sich auch vermeintliche Insider, was dieses grosse Auto denn solle im Programm eines Sportwagenherstellers. Wie wir heute wissen, hat der Cayenne Porsche in goldene Zeiten geführt, die bis heute anhalten. Denn SUV boomten und boomen überall auf der Welt, und die Klientel ist bereit, für diese Art Auto tiefer als üblich in die Tasche zu greifen.

Levante Diesel

Maserati Levante Diesel

Displacement: 2987 cc; 0-100 km/h: 6,9 sec
Top speed: 230 km/h; Engine layout: V6 60°

konfigurator

Levante S

Maserati Levante S

Displacement: 2979 cc; 0-100 km/h: 5,2 sec     
Top speed: 264 km/h; Engine layout: V6 60°

konfigurator

Maserati Levante Var 1

Maserati Levante Var 2

Maserati Levante Var 3

Maserati Levante Var 4

Die neue SUV-Welle von Maserati. Levante heisst der knapp über fünf Meter lange SUV. Der SUV mit dem grossen Kühlergrill und den flachen Scheinwerfern gibt es in der Schweiz als Maserati Levante S mit einem 430 PS starken V6-Turbo-Benziner starten, und als Diesel mit 275 PS. Gibt es ab CHF 75'900.--, während der Benziner ab CHF 94'700.-- zu haben ist.
 
Maserati Levante immer mit Achtstufen-Automatik

Fürs erste Kennenlernen wählten wir den Benziner, dessen Dreiliter-V6 gegenüber dem Ghibli von 410 auf 430 PS erstarkte. Die Power bringt eine schnell und weich schaltende Achtstufen-Wandlerautomatik an die Hinterräder, bei Bedarf stellt eine elektronisch gesteuerte Kupplung den Kraftschluss zur Vorderachse her, wobei die Kräfte sehr frei hin- und herfliessen können. Natürlich kann der Fahrer aus seinem grossen, nicht schraubstockengen Sitz heraus auch diverse Fahrmodi wählen. Darunter sind, na klar, ein Effizienz-Modus, ein Offroadmodus mit zwei verschiedenen Levels bis hin zu 210 Millimetern Bodenfreiheit sowie ein Sportmodus.

Der schärft in der ersten Stufe Getriebe und Motorelektronik, was sich in späterem Hochschalten und früherem Zurückschalten äußert. In einer zweiten Stufe dann straffen sich die Dämpfer, was dem auf kleinen Unebenheiten nicht brillanten Federungskomfort noch einmal etwas an Sanftheit nimmt.
 
Maserati Levante mit tollem Motorsound

Nun stöckelt der Levante, der auch hinten reichlich Raum für Erwachsene Mitfahrer hat, ziemlich steifbeinig übers Parkett, aber dafür entschädigt er: Mit machtvollem, feinnervigen Antritt bei jeder Drehzahl zum Beispiel, und schon im ersten Sport-Level mit einem Soundgewitter, das den Levante zum Freund der Audiophilen machen wird. Was da so abgeht in den Regionen um 3.000 und jenseits der 4.000 Umdrehungen, klingt so unterhaltsam und leicht schmutzig wie eine kunstfertig gezogene Posaune. Und der Levante S geht, wie er klingt: 264 km/h Spitze verspricht Maserati und 5,2 Sekunden von Null auf 100. Diese Werte klingen glaubhaft, der NEFZ-Verbrauch von 10,9 Litern eher nicht.

Erfreulich ist, dass der Levante im Normalmodus ein leises Reiseauto ist. Trotz der rahmenlosen Seitenscheiben sind Windgeräusche kaum vernehmbar, und bei geschlossener Auspuffklappe hält der Motor sich langstreckenkompatibel zurück. Ein stilvolles, leises Familienauto also, das mit 580 Litern Kofferraumvolumen auch für den größeren Urlaub taugt.

Levante Innenansicht

Maserati Levante mit agilem Fahrverhalten

Wenn die Strassen kurviger werden, kommt vor allem der Fahrer auf seine Kosten. Denn dass der Levante gut 2,1 Tonnen wiegt, ist nach dem ersten zackigen Einlenken vergessen. Es ist schon erstaunlich, wie agil dieser Brocken der angenehm gefühlsechten Lenkung folgt und ohne bremsendes Untersteuern um die Ecken pfeift. Ein Fahrerauto, das schnell vergessen lässt, wie tapfer es sich auch im Gelände schlägt. Das zeigte ein Ausflug auf die Offroad-Pisten von Fiat-Chrysler im italienischen Balocco, wo so mancher Jeep an seine Grenzen gebracht werden kann.

Ein erfreulicher Neuzugang also im Kreis der noblen SUV, dem man allerdings manche Eigenheiten nachsehen muss. So schön das Cockpit anzusehen ist, so stiefmütterlich behandelte Maserati dabei manche Erkenntnisse des Autofahreralltags. Es ist schlicht unpraktisch, Sitzheizung oder –lüftung nur über den Touchscreen regeln zu können oder zum Aktivieren der Fahrerassistenzsysteme in Untermenüs einsteigen zu müssen. Bei den meisten Wettbewerbern genügt dafür der schnelle Druck aufs klassische Knöpfchen. Dennoch: Spät kam er, der Levante. Aber das Warten hat sich gelohnt.

Für den nötigen Antrieb des Levante sorgen durchzugsstarke Diesel- oder Benzinmotoren, die allesamt die Euro6-Norm erfüllen. Der Levante wird im Turiner Mirafiori-Werk produziert – von dort sind die ersten Maserati Levante bereits vom Band gelaufen. Die Markteinführung ist zunächst im Frühjahr für Europa und später weltweit geplant.